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Plötzlich insolvent! Wie Sie sich davor schützen können

Gerade haben Sie noch ausreichend Geld auf dem Konto gehabt, doch plötzlich stehen Sie kurz vor einer Insolvenz. Oft kann das schneller passieren, als einem lieb ist. Damit Sie sich davor schützen, zeigen wir Ihnen, wie Sie erste Anzeichen erkennen und frühzeitig gegensteuern können.

Alarmsignale erst nehmen

Sie merken, dass das Geld am Ende des Monats nicht mehr für Rücklagen reicht? Auch die nötige Liquidität, um Fixkosten wie Miete und Strom zu zahlen, fehlt? Nehmen Sie diese ersten Anzeichen unbedingt ernst. Natürlich kann es auch einmal einen schlechten Monat geben. Sobald sich diese Vorfälle häufen, sollten Sie aber in Alarmbereitschaft sein und sich eingestehen, dass die Situation nicht länger tragbar ist.

Je früher Sie dies erkennen, desto leichter ist es, eine Insolvenz abzuwenden und keinen Schuldenberg aufzubauen.

Rechtzeitig mit dem Mahnwesen beginnen

Beispiel: Der Inhaber eines mittelständischen Unternehmens war vor Gericht gezogen, weil ein Kunde seine hohe Rechnung nicht begleichen wollte. Doch der zuständige Richter entschied gegen den Kläger, weil dieser zu spät mit dem Mahnwesen begonnen hat, seine Ansprüche seien verjährt.

Ein harter Schlag. Heute weiß er, was er falsch gemacht hat: Zu lange gewartet, bis er die Mahnungen verschickte. Manchmal war ihm der Aufwand einfach viel zu groß. Die Folgen traten schnell ein.

Tipp: Wenn Sie feststellen, dass das Zahlungsziel abgelaufen aber noch kein Geldeingang zu verzeichnen ist, kann meist schon ein kurzer Anruf beim Schuldner einiges bewirken. Vielleicht ist die Rechnung nur untergegangen? Ist das nicht der Fall und die Zahlung bleibt weiter aus, sollten Sie schnellstmöglich mit dem Mahnwesen beginnen.

Keine weiteren Verbindlichkeiten eingehen

Wenn der Materialeinkauf für neue Aufträge über immer höhere Kontokorrentkredite vorfinanziert werden muss, steigt auch die Zinsbelastung weiter an. Hohe Forderungsausfälle sind neben ungünstigen Einkaufsbedingungen und einer zu großen Lagerhaltung die wesentlichen Ursachen für Liquiditätsengpässe von Unternehmen.

Achten Sie darauf, keine neuen Kredite oder Darlehen aufzunehmen, sondern eine Lösung für die Bezahlung der bestehenden Verbindlichkeiten zu finden.  Jedes Unternehmen sollte eine Bestandsaufnahme machen und überprüfen, welche Parameter es für eine Optimierung in den Bereichen Forderungsmanagement, Vorräte und Lieferantenverbindlichkeiten gibt.

Sparsam mit dem verbleibenden Vermögen umgehen

Versuchen Sie, keine neuen Ausgaben zu verursachen. Damit wird der Schuldenberg immer weiter ansteigen und Sie verlieren den Überblick.

Gehen Sie stattdessen bewusst mit Ihrem verbleibenden Vermögen um. Nutzen Sie alle monetären Mittel für die ausstehenden Zahlungen an Ihre Gläubiger.

Doch wie kommen Sie jetzt an schnelle Liquidität? Sie können Ihren Kunden eine Skontovereinbarung anbeiten. Damit zahlen Ihre Kunden gegebenenfalls früherund Sie verfügen über schnelle Liquidität, die Ihnen zur Zahlung der Schulden zur Verfügung steht. Beachten Sie aber, dass Sie damit auch auf einen Teil der Zahlung verzichten.

Hilfe suchen

Anwälte oder öffentliche Schuldnerberatungen können helfen, eine erste Einschätzung der Situation vorzunehmen. Außerdem geben diese externen Stellen erste Handlungsempfehlungen und unterstützen bei der Vermeidung oder der Durchführung von Insolvenzverfahren.

Außerdem wirkt sich ein konsequentes und lückenloses Mahnwesen effizienzsteigernd aus.

Tipp: Lagern Sie das Forderungsmanagement von Anfang aus. So sparen Sie nicht nur personelle Ressourcen, sondern auch Zeit und Nerven. Zudem profitieren Sie von einem umfangreichen Know-How.

Alternative Finanzierungslösungen nutzen

Factoring

Mit Factoring verkauft das Unternehmen seine Geldforderungen an einen Factor. Dieser bezahlt i.d.R. bis zu 80 Prozent an den Unternehmer innerhalb von wenigen Tagen aus. Zudem sind im Full-Service-Verfahren die Rechnungen vor dem Ausfall geschützt: Wenn ein Debitor nicht zahlt, muss auch der Unternehmer den Rechnungsbetrag nicht zurückerstatten. Auch das Mahnwesen und Debitorenmanagement wird übernommen.

Liquiditätsengpässe gehören damit der Vergangenheit an und es bedarf keinerlei zusätzlicher Kredite, die die Bilanz und das Ranking bei der Bank verschlechtern. Factoring verschafft viele Wettbewerbsvorteile und ermöglicht eine sichere finanzielle Lage, die für eine Etablierung am Markt und für das Unternehmenswachstum entscheidend ist.

Sale and lease back

Mit Sale and lease back können Sie Ihr bereits vorhandenes Wirtschaftsgut an eine Leasingfirma verkaufen und anschließend zurückleasen.

Der Vorteil: Die bereits erworbenen Wirtschaftsgüter tauchen als stille Reserven oder Anlagevermögen in der Unternehmensbilanz auf. Dadurch mindert sich das Anlagevermögen und Sie erhöhen gleichzeitig das Umlaufvermögen.

 


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