Freiberufler

Freiberufler fürchten um ihre Existenz

Der Markt für freiberufliche Pflegekräfte boomt. Doch aktuell bangen viele um ihren Job, denn die Rentenversicherung sieht sie als Scheinselbstständige und verlangt Abgaben.

Die Frage stellt sich, ob Kranken- und Altenpfleger freiberuflich tätig sein können. Über diese Frage sind sich Freiberufler und Rentenversicherung uneins. Die Rentenversicherung vertritt ihre klare Position, wonach Pflegekräfte, die zeitlich begrenzt in Krankenhäusern, Alten- oder Pflegeheimen tätig sind, um dort Krankheits- und Urlaubsvertretungen zu übernehmen, als abhängig Beschäftigte gelten.

Wer diese Tätigkeiten als freiberufliche Pflegekraft ausübt, wird deshalb als scheinselbstständig betrachtet. Die Folge ist, dass die Rentenversicherung von Krankeneinrichtungen, die freiberufliche Pflegekräfte engagiert haben, Abgaben zurückfordert. Aus Sorge vor Nachzahlungen erteilen wiederum manche Einrichtungen Selbständigen keine Aufträge mehr.

Die Verneinung einer selbstständigen Ausübung der Pflege seitens der Rentenversicherung ist rechtlich bedenklich. Denn die Berufsfreiheit ist das Grundrecht, seinen Beruf frei zu wählen und auszuüben. Zahlreiche Gerichte haben sich mit dieser Streitfrage beschäftigt. Eine einheitliche Rechtsprechung besteht jedoch nicht. Die käme erst dann zustande, wenn das Bundessozialgericht in dieser Frage urteilt. Im Sinne aller Beteiligten ist eine rasche Rechtssicherheit wünschenswert.

Seit geraumer Zeit ist in der Form einer Statusfeststellung (Statusfeststellungsverfahren nach § 7a Abs. 1 S. 1 SGB IV) auch für freiberufliche Pflegekräfte eine rentenversicherungsrechtliche Prüfung der selbständigen Ausübung des Berufes möglich.

Wenn es der Pflegekraft gelingt, die Feststellung der Selbständigkeit positiv zu durchlaufen, verfügt sie über einen enormen Wettbewerbsvorteil. Denn dann buchen die Einrichtungen diesen Personenkreis, da sie nicht mehr um um mögliche Nachzahlungen an die Rentenkasse bangen müssen.

Nutzen Sie diesen Vorteil für sich!